Was uns die letzten großen Crashs zeigen
Das sind die ungefähren Verluste des S&P 500 (der 500 größten US-Unternehmen) ohne Dividenden und wie lange er brauchte, um sein altes Hoch wieder zu erreichen:
Dotcom-Blase (2000–2002): rund −49 %, etwa sieben Jahre bis zum alten Hoch. Finanzkrise (2007–2009): rund −57 %, etwa fünfeinhalb Jahre. Corona (2020): −34 % in kaum einem Monat, nach rund sechs Monaten aufgeholt. Inflation und Zinserhöhungen (2022): rund −25 %, etwa zwei Jahre.
Mit wiederangelegten Dividenden ging die Erholung etwas schneller.
Wer weiter investierte, kam besser davon
Wenn du jeden Monat investierst, nimmt dir ein Crash nicht nur etwas weg: Du kaufst auch billiger. Wer 2008 und 2009 weiter sparte, kaufte Fondsanteile zum halben Preis, und genau diese Anteile stiegen danach am stärksten. Oft war das eingezahlte Geld lange vor dem Index-Hoch wieder im Plus.
Den größten Schaden richtet nicht der Einbruch selbst an, sondern im schlechtesten Moment zu verkaufen und erst wieder einzusteigen, wenn die Kurse schon gestiegen sind.
Nicht jede Krise endet schnell
Es wäre unehrlich zu behaupten, dass sich die Börse immer in wenigen Jahren erholt. Der japanische Nikkei brauchte rund 34 Jahre, um sein Hoch von 1989 wieder zu erreichen. Und der technologielastige Nasdaq verlor 2000–2002 rund 78 % und brauchte etwa fünfzehn Jahre.
Die Lehre daraus ist Streuung: Ein weltweiter Fonds mit Tausenden Unternehmen aus vielen Ländern senkt die Gefahr stark, in einem einzigen Markt oder einer Branche festzustecken.
So bereitest du dich vor, bevor er kommt
Halte einen Notgroschen als Bargeld, damit du nicht verkaufen musst, wenn mitten im Crash Einkommen wegfällt. Investiere nur Geld, das du mehrere Jahre nicht brauchst. Und schreib auf, was du tust, wenn dein Depot 30 % fällt: Einem Plan zu folgen ist viel leichter, als aus Angst zu improvisieren.
Häufige Fragen
Sollte ich verkaufen, wenn es zu fallen beginnt?
Niemand weiß vorher, wann ein Einbruch endet. Historisch kamen viele der besten Börsentage direkt nach den schlechtesten – wer draußen ist, verpasst sie.
Wie tief kann ein weltweiter Fonds fallen?
2008 fielen die Weltindizes um mehr als 50 %. Es ist vernünftig, damit zu rechnen, dein Aktiendepot irgendwann einmal halbiert zu sehen.
Helfen Anleihen?
Sie fallen meist weniger als Aktien und federn den Schlag ab, auch wenn sie 2022 wegen steigender Zinsen gleichzeitig mit den Aktien fielen.
Weitere Ratgeber
Bildungsinhalt. Keine Finanzberatung: Vergangene Renditen garantieren keine zukünftigen.